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Wintergarten: Was Sie vor der Bestellung wissen sollten

Ein Wintergarten ist die größte Aufwertung Ihres Zuhauses ohne echten Umbau. Diese Entscheidungen treffen Sie am besten schon vor der Besichtigung, und diese Fehler vermeiden Sie besser.

Aktualisiert: 4. November 20269 Min. Lesezeit

Wintergarten aus Aluminium mit großen Glasflächen auf der Terrasse eines Hauses

Ein Wintergarten erweitert Ihr Zuhause um einen hellen Raum, in dem Sie gleichzeitig drinnen und draußen sind: Sie frühstücken mit Blick in den Garten, Ihre Pflanzen überwintern im Hellen, und die Terrasse wird auch im November genutzt, nicht nur im Juli. Anders als ein Anbau besteht er aus einer Aluminiumkonstruktion und Glas, wird schnell montiert und kommt fast ohne Nassarbeiten aus.

Gerade weil es so einfach aussieht, bestellen viele einen Wintergarten, ohne sich einige entscheidende Fragen gestellt zu haben. Später zeigt sich, dass es im Sommer drinnen zu heiß wird, im Winter die Scheiben beschlagen und das Regenwasser vom Dach dort abläuft, wo es nicht soll. In diesem Artikel gehen wir die Entscheidungen durch, die Sie am besten schon vor der Besichtigung treffen, damit Sie genau das bekommen, was Sie brauchen.

Was ist ein Wintergarten und was unterscheidet ihn von einer Veranda?

Unter „Wintergarten“ versteht man mehrere verschiedene Dinge. Klären Sie deshalb zuerst, wovon Sie sprechen und wovon die Firma spricht, die Ihnen ein Angebot macht.

  • Warmer Wintergarten: ein vollständig geschlossener, abgedichteter Raum mit Isolierglas und gedämmten Profilen, gedacht für die Nutzung auch bei Minusgraden, meist mit Heizung. Praktisch ein zusätzliches Zimmer.
  • Kalter Wintergarten (oft auch Sommergarten oder verglaste Veranda genannt): ein Dach plus Glasschiebeelemente ohne gedämmte Profile. Er schützt vor Wind, Regen und Schnee und verlängert die Saison um Monate, ist im Winter aber kühl.
  • Überdachte Terrasse oder Veranda: nur ein Dach auf Pfosten, ohne Wände. Sie lässt sich später mit Glas oder Screens schließen.

Keine Variante ist an sich „besser“. Entscheidend ist, wie Sie den Raum nutzen wollen. Wenn Sie zwischen einer offenen Lösung und einem geschlossenen Raum schwanken, lesen Sie auch unseren Vergleich Pergola oder Wintergarten.

1. Wie wollen Sie den Wintergarten nutzen?

Beginnen Sie bei der Nutzung, nicht bei den Materialien. Schreiben Sie sich die Antworten auf diese Fragen auf und bringen Sie sie zur Besichtigung mit:

  • Nutzen Sie ihn das ganze Jahr oder vor allem vom Frühling bis zum Herbst?
  • Was kommt hinein: Essplatz, Wohnecke, Arbeitsplatz, Pflanzen, Spielecke?
  • Ist er direkt zum Haus offen (ohne Tür dazwischen) oder abgetrennt?
  • Möchten Sie ihn im Sommer fast vollständig öffnen können?
  • Wollen Sie ihn heizen und womit: Klimagerät, Fußbodenheizung, Kamin?

Brauchen Sie vor allem einen Raum für die warme Jahreszeit, ist ein leichterer Sommergarten mit Glasschiebeelementen oft die vernünftigere Wahl. Wollen Sie ein echtes Zimmer für jede Jahreszeit, planen Sie von Anfang an eine warme Konstruktion und eine Heizung ein. Wie man einen solchen Raum beheizt und wie gut er sich im Winter wirklich nutzen lässt, erklären wir ausführlich im Artikel über die Heizung im Wintergarten.

Blick aus einem Wintergarten mit Glasschiebeelementen über die ganze Länge, geschlossenem Dach mit eingebauten Leuchten und Blick auf die Hügel
Glasschiebeelemente über die ganze Länge: Im Sommer lässt sich der Raum fast vollständig öffnen.

2. Welches Dach?

Das Dach bestimmt, wie viel Licht in den Raum kommt, wie stark er sich aufheizt und wie gut er die Wärme hält. Es gibt drei Hauptvarianten:

  • Glas: das meiste Licht und die klarste Optik, Sie sehen den Himmel. Für Dächer wird in der Regel Sicherheitsglas (Verbundglas) verwendet. Im Sommer bringt Glas aber die meiste Wärme, an Beschattung müssen Sie fast immer denken.
  • Polycarbonat: leichter, streut das Sonnenlicht und gibt ein weiches Licht. Es dämmt schwächer als gutes Isolierglas und ist bei Regen lauter.
  • Paneele (Sandwichpaneele): ein geschlossenes, gedämmtes Dach. Drinnen ist es im Sommer kühler und im Winter wärmer, aber dunkler. Oft kombiniert mit einem lichtdurchlässigen Streifen oder Deckenbeleuchtung.

Wichtig ist auch die Neigung. Das Dach braucht genug Gefälle, damit das Wasser abläuft, und eine Rinne mit Fallrohr, das an die richtige Stelle geführt wird. Die Konstruktion wird außerdem für die Schneelast in Ihrer Gegend bemessen: In höheren oder nördlicheren Lagen ist die Belastung größer. Das wird für das konkrete Objekt berechnet, nicht „nach Augenmaß“ entschieden.

3. Wände, Glas und Öffnungen

Die Seiten eines Wintergartens können aus Festverglasung, Glasschiebeelementen, öffenbaren Fenstern und Türen oder einer Kombination bestehen. Entscheiden Sie am besten:

  • Welche Seiten sich öffnen sollen und wie weit. Meist ist mindestens eine Seite komplett verschiebbar, um den Wintergarten im Sommer zu „öffnen“.
  • Wo Sie hineingehen: vom Haus, vom Garten oder von beiden Seiten.
  • Ob es Schwellen gibt. Niedrige oder im Boden eingelassene Laufschienen sind bequem, verlangen aber einen präziseren Untergrund.
  • Welches Glas Sie brauchen: Einscheiben-Sicherheitsglas für einen kalten Wintergarten oder Isolierglas für einen warmen.

Wenn Sie eine kalte, aber sehr offene Lösung möchten, sehen Sie sich auch die Glasschiebesysteme an, einschließlich der rahmenlosen Verglasung. Sie lassen sich auch unter einer bestehenden Überdachung montieren.

4. Der Untergrund: der am meisten unterschätzte Teil

Ein Wintergarten steht auf einer vorhandenen Terrasse, einer Betonplatte oder einem neuen Fundament. Was auch immer es ist, der Untergrund muss sein:

  • Eben: Glasschiebeelemente verzeihen keine großen Höhenunterschiede.
  • Tragfähig: Die Pfosten leiten das Gewicht von Dach, Glas und Schnee an bestimmten Punkten ab.
  • Mit richtigem Gefälle und Entwässerung: Wasser aus Garten und Dach darf sich nicht an den Scheiben sammeln.
  • Ohne Risse und Unterspülung: Alte Terrassen haben manchmal Schwachstellen, die erst bei der Besichtigung sichtbar werden.

Beim warmen Wintergarten kommt der Boden dazu: Ist der Untergrund nicht gedämmt, bleibt der Boden kalt, egal wie gut das Glas ist. Deshalb prüfen wir bei der Besichtigung den Untergrund und sagen Ihnen, ob Vorarbeiten nötig sind, noch bevor wir über Details der Konstruktion sprechen.

5. Sonne, Schatten und Lüftung

Glas sammelt Wärme. Ein Wintergarten auf der Süd- oder Westseite ohne Schatten und Lüftung kann im Juli heißer werden als der Garten. Die Lösung ist nicht weniger Glas, sondern gut geplanter Schatten und Luftbewegung:

  • Außenliegende ZIP-Screens oder Markisen, die die Sonne stoppen, bevor sie durch das Glas kommt.
  • Öffenbare Glaselemente auf zwei Seiten, damit Durchzug entsteht.
  • Manche Systeme erlauben Öffnungen oder Lüftung oben im Dach, über die die warme Luft entweicht.
  • Ein lichtdurchlässiges statt eines völlig klaren Daches, wenn die Seite sehr sonnig ist.

Die Ausrichtung wirkt auch umgekehrt: Ein Wintergarten auf der Nordseite überhitzt kaum, ist im Winter aber kühler und braucht mehr Heizung.

Verglaster Wintergarten in Anthrazit an einem langgestreckten Haus, mit Tisch und Stühlen innen und Olivenbäumchen davor
Wintergarten entlang des Hauses: ein Essplatz, der auch in den kühleren Monaten genutzt wird.

6. Kondenswasser und wie man es vermeidet

Beschlagene Scheiben sind die häufigste Klage im ersten Winter. Der Grund ist einfach: Warme, feuchte Luft trifft auf eine kalte Oberfläche. Das hilft:

  1. Lüften Sie jeden Tag kurz, auch wenn es kalt ist.
  2. Halten Sie im geschlossenen Wintergarten im Winter nicht zu viele Pflanzen und trocknen Sie dort keine Wäsche.
  3. Heizen Sie gleichmäßig, statt eine Stunde stark zu heizen und dann wieder auszuschalten.
  4. Wählen Sie beim warmen Wintergarten gedämmte Profile und Isolierglas, bei denen die Innenoberfläche wärmer bleibt.

7. Genehmigung für den Wintergarten

Ob Sie eine Genehmigung brauchen, hängt von Größe und Konstruktion ab, davon, ob der Wintergarten an das Gebäude angebaut ist, und von der Gemeinde. In Mehrfamilienhäusern kann die Verglasung einer Terrasse die Fassade verändern und die Zustimmung der Miteigentümer oder eine Genehmigung erfordern. Die Regeln unterscheiden sich, verlassen Sie sich also nicht darauf, was beim Nachbarn galt. Fragen Sie bei der zuständigen Baubehörde Ihrer Gemeinde nach, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Bei der Besichtigung sagen wir Ihnen, welche Unterlagen und Zeichnungen zur Konstruktion wir für das Gespräch mit der Gemeinde vorbereiten können.

8. Wovon hängen die Wintergarten-Kosten ab?

Jeder Wintergarten wird nach Maß gefertigt, deshalb werden die Kosten für das konkrete Objekt berechnet. Den größten Einfluss haben:

  • Die Größe: Fläche, Höhe und Tiefe des Daches.
  • Die Dachart: Glas, Polycarbonat oder Paneele.
  • Warme oder kalte Konstruktion, die Art des Glases.
  • Anzahl und Art der öffenbaren Elemente: Glasschiebeelemente, Türen, Fenster.
  • Extras wie Screens, Beleuchtung, Rinnen und Verkleidungen.
  • Der Zustand des Untergrunds und der Zugang zur Baustelle.

Jeden Faktor besprechen wir ausführlich im Artikel Was kostet ein Wintergarten. Wenn Sie sehen möchten, wie Ihr Wintergarten aussehen könnte, probieren Sie Maße und Farben im 3D-Konfigurator aus und fordern Sie dann ein Angebot an mit den echten Maßen.

Die häufigsten Fehler bei der Bestellung eines Wintergartens

  • Einen kalten Wintergarten bestellen und im Januar ein warmes Zimmer erwarten.
  • Ein Glasdach auf der Südseite ganz ohne Beschattung.
  • Eine vergessene Rinne oder ein Fallrohr, das das Wasser auf den Gehweg leitet.
  • Ein schwacher oder unebener Untergrund, „um zu sparen“.
  • Keine öffenbaren Elemente und keine Lüftung.
  • Ein unterschriebener Vertrag, bevor bei der Gemeinde geklärt ist, ob eine Genehmigung nötig ist.

GS Aluminium hat einen Showroom in Russe (Ruse) und baut Wintergärten in ganz Bulgarien, mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in Deutschland, den Niederlanden und Bulgarien. Wenn Sie über einen Wintergarten nachdenken, vereinbaren Sie eine kostenlose Besichtigung: Wir kommen vor Ort, prüfen den Untergrund und besprechen mit Ihnen Dach, Glas und Beschattung, bevor wir Ihnen ein Angebot machen.

Häufige Fragen zum Wintergarten

Was ist der Unterschied zwischen Wintergarten und Sommergarten?

Ein warmer Wintergarten ist ein gedämmter Raum mit Isolierglas und meist mit Heizung, der das ganze Jahr genutzt wird. Ein Sommergarten (kalter Wintergarten) ist ein Dach mit Glasschiebeelementen, das vor Wind und Regen schützt und die Saison verlängert, im Winter aber kühl ist.

Braucht man für einen Wintergarten eine Genehmigung?

Das hängt von Größe, Konstruktion, Anbindung an das Gebäude und der Gemeinde ab, in Mehrfamilienhäusern oft auch von der Zustimmung der Miteigentümer. Fragen Sie bei der Gemeinde nach, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Die Regeln sind nicht überall gleich.

Kann man einen Wintergarten im Winter nutzen?

Ja, wenn er als warmer Wintergarten geplant ist: mit gedämmten Profilen und Isolierglas, gedämmtem Boden und Heizung. Ein kalter Wintergarten schützt vor Wind und Schnee, an kalten Tagen ist es drinnen aber ähnlich kalt wie draußen.

Wird es im Wintergarten im Sommer sehr heiß?

Das kann passieren, besonders auf der Süd- oder Westseite mit Glasdach. Außenliegender Sonnenschutz wie ZIP-Screens, öffenbare Glaselemente und Lüftung lösen das Problem, deshalb werden sie schon bei der Planung berücksichtigt.

Warum beschlagen die Scheiben im Wintergarten?

Warme, feuchte Luft kondensiert am kalten Glas. Es helfen regelmäßiges Lüften, gleichmäßiges Heizen, weniger Feuchtigkeit im Raum und besser dämmendes Glas und Profile.

Kann ein Wintergarten auf eine bestehende Terrasse gebaut werden?

In den meisten Fällen ja, wenn die Terrasse eben, tragfähig und entwässert ist. Bei der Besichtigung prüfen wir den Untergrund und sagen Ihnen, ob Vorarbeiten nötig sind, bevor wir ein Angebot machen.

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